Altern mit Modellbau-Farbpulver                    ©  Lie  2006 

Warum Modellbau-Farbpulver   (Verschmutzungspulver)  ?
Für alle die gerne ihre Modelle bearbeiten möchten, aber die Mühen und Kosten des Airbrushsystems scheuen können hiermit genau so gute Ergebnisse erzielen. Die ganze Arbeit benötigt auch ein bisschen „Training". Beginnen sollte man mit billigen nicht mehr verwendeten Modellen. Ein Vorteil besteht darin, wenn man die Puderfarben trocken aufträgt, kann es bei Nichtgefallen wieder abgewaschen und von neuem aufgetragen werden.
Airbrush ist somit gefährlicher, weil nach Auftragen der Farbe das nicht mehr zu entfernen ist.
Zudem ist es auch möglich die Arbeiten mit dem Verschmutzungspulver am Küchentisch zu erledigen.

Grundsätzliches
Im Original erfolgt das Altern in mehreren Schichten, d.h. die Fahrzeuge werden schmutzig, sie werden gewaschen, sie werden wieder schmutzig, wieder gewaschen usw.. Durch die UV-Strahlung, sehen dann die Farben mattiert, ausgebleicht und versprödet aus. In der Natur vorkommendes Wasser, sei es als Regen, Schnee oder Eis und beim Reinigen der Fahrzeuge sickert es in die feinsten Ritzen. Das bedeutet, Holz fängt an zu faulen und Bleche rosten.
Diese im Lauf der Zeit liegenden Veränderungen gilt es im Modell nachzuvollziehen.
Unterlässt man diese zeitliche Abfolge wirkt die Alterung unecht.
Die einzelnen Fahrzeuge sind beim Vorbild in unterschiedlichen Erhaltungszustand.

Bauteile des Fahrzeuges
Die Fahrzeuge sind beim Vorbild je nach Bauteil unterschiedlich stark verwittert, d.h. verschmutzt. Wir unterscheiden beim Altern 3 verschiedene „Bauteile".

1. Das Untergestell
Der Fahrwerksrahmen und das Drehgestell mit seinen Bauteilen wird am stärksten beansprucht. Im Laufe der Zeit bildet sich eine dicke Schicht aus Bremsstaub, Rost, Öl und Fett am Unterbau, d.h. am Rahmen und an den Drehgestellen.

Drehgestell gealtert und neu im Vergleich             sauber gealtert 

2. Die Aufbauten
Bei den Aufbauten sollte man beachten, dass die Stirnseiten anders beansprucht werden, als die Seitenteile und die Türen.
Weiterhin unterscheiden sich geschlossenen und offenen Waggons.
Schüttladegüterwagen verwittern anders als Stückgutwagen.
Fahrzeuge mit Planen sind stärker dem Verschleiß ausgesetzt.

  Gealteter Aufbau eines Schüttgutwagens          nicht gealtert           

3. Das Dach
Die Dächer der Waggons werden am stärksten von der Sonne, Regen, Schnee, Ruß und Staub beansprucht.

  Draufsicht auf ein gealtertes Dach                    

 

Praktisches 

Gebrochene Farben
Ein so genanntes Brechen der Farben, ohne Verlust der Eigenheit, ist das Ziel was wir erreichen wollen.

Rost
Anmerkung: Neuer Rost ist heller als alter Rost. Nasser Rost ist dunkler.
Rost mit Bremsstaub und Ölspuren vermengt, an den Schienen der Hauptstrecke ist viel brauner und dunkler als Rost an den Schienen der Nebengleise. 

Welche Farbe hat Rost ?
Rost gibt es in unzähligen Varianten, darüber kann man verschiedener Meinung sein, wie Rost aussieht. Das sollte jeder selbst herausfinden und seine Rosttöne selbst bestimmen.

Neuer Rost
Neuer frischer Rost ist relativ gelbrostig.

  "Neuer Rost" in neuerer Farbnuance

Alter Rost
Alter Rost ist sehr viel dunkler und roter.

     "Alter Rost" in älterer Nuance

Staub
Staub und Schmutz unterscheiden sich darin, wenn sie trocken sind, sind sie hell. Wenn Staub und Schmutz feucht ist, dann dunkel. Die Ursprungsfarbe aber muss immer noch erkennbar bleiben.

 Zementstaub als Alterserscheinung             neu, ohne Zementstaub 

 

Arbeits- und weitere Hilfsmittel
Erforderlich wären weiche und mittelharte Bürsten, z.B. alte Zahnbürsten, Borstenpinsel in verschiedenen Größen, Lackpinsel mit weichen Haaren, Glasfaserradierer, Wattestäbchen, ein weiches Tuch zum polieren.

Farbrichtung durch Verwitterung

Betrachtet man zunächst die rotbraunen Aufbauten, stellt man fest, dass die Farbrichtung in Richtung Farbverdunkelung geht, nämlich ins Braune. Bei grünen Aufbauten hingegen geht die Alterung in Richtung Farbaufhellung mit einer Tendenz zum Vergilben oder Vergrauen. Bei den braunen Holzaufbauten geht die Alterung in Richtung Farbverdunkelung mit einem Tuch ins Graue..

Vorbreitungen

Mit mattem Klarlack oder Haarspray können die Oberflächen der Fahrzeuge in den Idealzustand versetzt werden.
Das lackieren mit mattem Klarlack kann sowohl mit Airbrush oder mit der Sprühdose erfolgen.
Aber, es geht auch ohne vorheriges Lackieren.
Wahrscheinlich müssen einzelne Schichten mehrfach wiederholt werden. Vor dem Lackieren und Altern sind Fenster, Radsätze und Kupplungen auszubauen.

1. Die Unterlage
Die  ideale Unterlage wäre ein großes Kuchenblech, damit kein Puder verloren gehen kann. Es eignet sich aber auch großflächiges Papier z.B. eine Zeitung.

2. Das Naturlicht
Nach Möglichkeit sollte man unter Tageslichtverhältnissen arbeiten.
Die Modelle sollten aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Techniken des Alterns

1. Die trockene Methode
Das Puder wird hierbei grundsätzlich trocken aufgetragen, dies ist die leichtere Methode um möglist schnell zum Ziel zu kommen.
Manchmal ist dies aber so nicht möglich, die Fahrzeuge sind zu filigran oder zu klein (Spur N, oder Spur Z), dann ist die nasse Methode zum Auftragen des Pulvers sicherer.

2. Die nasse Methode
Bei der nassen Färbemethode wird matter Klarlack oder Flüssigleim mit Wasser verdünnt und dem Gemisch etwas Pulver beigegeben. Bedingug für den matten Effekt ist ein sehr intensives Umrühren.
Die Farbe trocknet immer matt auf und haftet auf allen Untergründen.

Zu beziehen ist z.B. durch die Fa. ASOA ein Vewitterungsset  Art Nr.  3009  mit den Farbpulvern Rost hell, Rost mittel, Rost dunkel, heller Schmutz, grünbrauner Schmutz, schwefelgelber Lehm, moosgrüner Schmutz, Rußschwarz und Kalkweiß.
Oder von der Firma „Conrad Elektronik" gibt es Modellbau-Farbpulver (Verschmutzungspulver) in den Farben: Rost hell, Rost mittel, Rost dunkel,heller Schmutz, grün brauner Schmutz, moosgrüner Schmutz, schwefelgelber Lehm, Rußschwarz und Kalkweiß. Die Bestellnummer ist 214005-62 als „Alterungsset". Hierfür kann „Firnis" mit Beigabe von Farbpuder (Farbpulver) zum Färben verwendet werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin Haarspray auf das Modell zu sprühen und in das feuchte Haarspray das Pulver einzubringen. Mit Haarspray fixierte Pulver können zum großen Teil feucht noch entfernt werden.

Für den gleichen Zweck, die Art in der ich persönlich „altere" ist die nasse Methode. Ich nehme hierfür das entsprechende Pulver und verdünne es mit Flüssigleim und Wasser in einem kleinen Behälter. Bei dieser Mischmethode ist der Anteil des Wassers entscheidend für den Alterungsgrad, d.h. je weniger Wasser (je dickflüssiger) desto "intensiever" das Pulver. Denn ein wenig mehr Wasser bedeutet ein wenig "neuerer" Zustand des Fahrzeuges. Hierbei ist wichtig, wenig (altern) ist in der Regel oft mehr. Deshalb, probieren Sie erst an nicht wertvollen Modellen.

Bei dieser Art der "Alterung" läßt sich hingegen zur trockenen Methode die Farbaufbringung nicht wieder entfernen, d.h. sie ist "echt".

   

     a) Zunächst wird das Untergestell (Fahrwerk) meist in einem Rostfarbton mit einem weichen Pinsel (Tuschkastenpinsel) aufgetragen. Danach, solange die Farbe noch im nassen Zustand ist, wird das gesamte Untergestell mit der "Zahnbürste" nachgerieben, bis das ganze Gestell mehr oder weniger gleichmäßig aussieht.  Achtung: immer nur eine Seite zur Zeit , nicht beide zur gleichen Zeit gemeinsam.                                                                                                                                  

     b)  Weiter geht es wieder mit dem weichen "Tuschkastenpinsel" mit dem man den ganzen Aufbau einfärbt. Danach wieder im "nassen Zustand" mit einem, um den Zeigefinger gewickeltem Tuch, die neue Farbe des Aufbaus solange verrieben, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.  Achtung: immer nur eine Seite zur Zeit , nicht beide zur gleichen Zeit gemeinsam.

     c)   Als Letztes wird das Dach gealtert. Wieder mit dem Weichen Pinsel das komplette Dach bemalen und anschließend mit dem, um den Zeigefinger gewickeltem Tuch, so lange verreiben bis die Farbaufbringung unseren Vorstellungen entspricht.

     

Vom Original zum Modell 

Allgemeines 

1. Güterwagen-Fahrgestellunterseite
Die Fahrgestelle sind dem ganzen, aufgewirbelten Schmutz, Bremsstaub und Nässe während der Fahrt ausgesetzt.
Die Sonne kann dort nicht scheinen, ein ideales Umfeld für Rost und Co.
Die Achslager und alle beweglichen Teile müssen regelmäßig abgeschmiert werden, die ursprüngliche Farbgebung ist dort in der Regel öligschwarz. Deshalb meine Empfehlung: erst mit Rost mittel, dann ganz wenig Rußschwarz hinterher.

           Gesuperter Containerwagen im Einsatz                       

2. Holzaufbauten
Bei Güterwagen älterer Bauart sind Holzaufbauten der Regelfall. Ob als geschlossener oder offner Wagen, Holz war der bevorzugte Baustoff. Dieses Holz wurde mit Ölfarbe gestrichen. Neue Anstriche glänzten, aber schon bald war die Farbe von der Sonne mattiert, ausgelaugt.
Der Regen konnte die Farbpigmente mit der Zeit auswaschen, weil das Öl als Bindemittel immer weniger wurde.
Die Holzoberflächen vergrauten langsam, die Eisenbeschläge fingen an zu rosten.
Teilweise wurde ausgebessert, bis der Wagen schließlich einer Generalüberholung zugeführt wurde.

          gealterte Güteragen im Holzaufbau                                                                    

3. Wagendächer
Einige Modellfahrzeuge haben eine Dachfarbe die nicht nachvollziehbar ist. Die Dächer haben im Original so nie ausgesehen.
Eine Verbesserung ist hier unerlässlich.
Hie und dort befinden sich Dachflicken, Rostflecken manchmal auch das eine oder andere Loch.

      Dächer  in unterschiedlicher "Stärke"        

4. Kesselaufbauten
Besonders Kesselaufbauten leiden stark unter den Umwelteinflüssen.
Einmal weil sie rundherum offen sind und zum anderen weil in ihnen Flüssigkeiten transportiert werden, die beim Verfüllen die Lackschichten außen angreifen.
Beim Einfüllen der Flüssigkeiten läuft oft etwas daneben. Dies Nachzustellen klingt zwar recht einfach ist es aber nicht. Die Oberseite der Kesselwagen sieht durch Korrosion oft sehr schlimm aus.

     Kesselwagen in auch Spur "N" gealtert                                                 

5. Offene Aufbauten aus Holz
Viele Holzaufbauten haben innen keine besondere Farbe sondern nur das blanke Holz, andere sind grau gestrichen, oder aber eine undefinierbare Farbe die im laufe der Zeit aus Schmutz und wechselnden Inhalten entstanden ist. Altern mit grünbraunem Schmutz.

            Offene Güterwagen mit Holzaufbau              

6. Offene Aufbauten aus Metall
Bei diesen Modellen sind die Seitenwände immer glatt von diversen Deformationen durch Ladegüter einmal abgesehen.

                                                           

 

7. Dampflok       
Die Fahrgestelle der Triebfahrzeuge waren immer sehr gepflegt.
Ölspuren, Schmutz (Öl mit Staub), seltener Kalkspuren sind das entscheidende Kriterium. Sollte mit Rußschwarz bearbeitet werden.       

Fahrgestell der BR 78"leicht" gealtert

8. Aufbauten der Dampflok
Der Aufbau der Lok wurde vom Lokpersonal immer sehr gepflegt, gammelige Dampfloks gab es damals nicht.
Manche Modell-Loks glänzen sehr unnatürlich. Hier ist eine Nachbehandlung doch sehr zu empfehlen. Z.B. Mattlack und Rußschwarz.

BR  78 "dezent" gealtert

9. Diesellok
Also, wenn man unsere Dieselloks in der heutigen Zeit betrachtet kann einem ganz schön schlecht werden.
Hier kann man sich wie ein Kleinkind in einer „Wattenmeer" austoben.

Rangierlok BR 361 "Staubgealtert"

Die Dächer sind sehr stark rußgeschwärzt.
Die Drehgestelle mit Bremsstaub und Öl verschmutzt.
Lokkästen sind zum Teil rußig schwarz, stellenweise kleben auch Fettreste an den Wänden.
Bei diversen Türen und Dichtungen tritt Öl aus.
So richtig herrlich zum austoben.

Aber auch hier möchte ich vor „zu viel Altern" warnen.

10. E-Loks
Hier geht es wieder sauberer zu, zumindest im Sommer.
Die Maschinen werden im Sommer öfters gereinigt (z.B. bei Einfahrt durch eine Waschanlage).
Daher bleiben hier nur Dach und der Drehgestellbereich zum verschmutzen.
Was hier eher eintritt, ist die zunehmende Ausbleichung des Lackes.
Teilweise sind auch Farbflicken vorhanden, das geht sogar bis zu berühmten Fleckerlteppich. 

Im Winter klarerweise wird weniger gewaschen und dementsprechend sehen dann die Maschinen aus.
Hier trifft sich Kohlenabrieb und Bremsstaub mit Wasser oder Eis und verleiht der E-Lok einen typischen Hauch von Pfui. Also verschiedene „Rosttöne" in leichter Schattierung fürs Drehgestell.

11. Personenwagen
Hier wird mit Schmutz ebenfalls sehr gespart da die Wagen doch regelmäßig einer Reinigung unterzogen werden.
Auch hier gilt dass der Drehgestellbereich und auch die „Schürzen" (Wartungsklappen für el. Einrichtung und  Klimaanlage) von den Waschbürsten verschont bleiben und sich dort Schmutzansammlungen bilden.
Gleiches gilt für das Dach.
Es bilden sich im Dachbereich Aufhellungen bzw. leichte Ausbleichungen durch die Sonneneinstrahlung, Ansätze von Flugrost und auch der Kohleabrieb der Stromabnehmer hinterlassen hier ihre Spuren.

Je länger die Wagen in Verkehr stehen desto mehr treten Lackausbleichungen auf. Auch kleinere Roststellen tauchen an den Dächern auf und erzeugen ihrerseits Spuren.

Im Winter gilt auch hier, meide Waschanlagen aufgrund Vereisungsgefahr selbiger. Der Verschmutzung sind dann keine Grenzen gesetzt. 

Bei den älteren Generationen von Reisezugwagen kann man sich bezüglich Verschmutzung der Längsträger und der Wagenunterseite ein wenig mehr austoben.

Ich habe meine Wagen fasst nur im Drehgestell- und im Dachbereich „gesupert", kaum an den Aufbauten.

Personenwagen im Einsatz

12. Güterwagen
Sie sind das Stiefkind jeder Eisenbahnverwaltung und sehen daher dementsprechend aus.
Hierbei ist das Vorbild genau zu beachten, da die Verschmutzungserscheinungen sehr unterschiedlich sind.

Hier nur ein paar Beispiele:

An den Zementsilowagen treten Ablagerungen von Zementstaub auf der durch Feuchtigkeit erhärtet und Klumpen bildet. Also „schwefelgelber Lehm" ist angesagt.

Zementsilowagen ohne Alterung

Bei Getreidewagen fällt beim Beladen sehr viel Staub an der Wagenoberseite an. Dieser wird bei der Fahrt abgeweht und sammelt sich auch an dahinter gereihten Wagen. Es mag vielleicht ein wenig unwahrscheinlich klingen aber es kommt doch vor das sich verschüttetes Getreide in einer Ecke ansammelt und dort zu keimen beginnt. Mehr Grün für unsere Wagen! Zu empfehlen ist hier „moosgrüner Schmutz".

Schiebedachwagen, eignet sich als Getreidewagen

Bei Fahrzeugen mit Entladungsklappen (z.B. Falls, Eds, Fcs, Tds Tadds u.s.w.), seitlich oder an der Stirnfront, sind im Lagerbereich Öl- od. Fettspuren welche Stellenweise Verlaufsspuren bilden können. Auch geht Ladegut daneben und lagert sich an exponierten Stellen ab. Mein Ratschlag: „grün brauner Schmutz und Rußschwarz".

Das Original eines Güterwagens mit Entladeklappen

Bei den Kesselwagen muss grundsätzlich unterschieden werden was damit transportiert wird. Nicht jedes Ladegut darf in jeden Wagen. Es gibt hier Kesselwagen für Lebensmittel (z.B. Wein), da sind Ölspuren am Tankdeckel bzw. Kesseloberseite wenig angebracht. Es eignet sich in den meisten Fällen Rußschwarz.

Kesselwagen mit Ölspuren

Wagen die Rohöl oder schwere Heizöle transportieren werden ausschließlich für diesen Zweck verwendet. Hier sind die Ölspuren (Rußschwarz) glaubhafter, das Öl warm verladen wird um die Fließeigenschaften zu verbessern.

Bei Wagen die Benzine, leichte Heizöle oder Diesel transportieren sind Überlaufspuren wenig wahrnehmbar, hier wird am ehesten noch Schmutz der sich am Kessel angelagert mit geschwemmt. Mit schwefelgelbem Lehm vorsichtig zum Rußschwarz nachbehandeln.

Bei den Gaskesselwagen gibt es aus logischen Gründen Überlaufspuren.

Dann wären da noch Kesselwagen die Chemikalien transportieren. Hier wären je Verladeart Überlaufspuren möglich, sind aber wenig wahrscheinlich.

An den Offenen Güterwagen zeigen sich alle möglichen Arten der Verschmutzung durch Rost, Staub, Sand und Wasser je nach Ladegut.
Man darf hier nicht vergessen dass einige Holzböden haben die eventuell Löcher aufweisen durch die wiederum in Wasser gelöstes Ladegut oder Rost mittel und Rost dunkel auf das Bremsgestänge, Bremszylinder und Luftkessel gelangen können.
Das hört sich jetzt übertrieben an, ist aber je nach Bauart des Wagens mehr oder weniger stark sichtbar.
Was in jedem Fall sichtbar ist sind Spuren an den Türkanten, dort kann Wasser in größeren Mengen austreten..

Gedeckte Güterwagen jeglicher Art sind vorwiegend Flugrost, Bremsstaub und Regen ausgesetzt.
Danach richten sich auch die Verwitterungsspuren. Von einem Hauch Rost bis zum dunklen Braun sind alle Schattierungen möglich.
Auch hier leidet das Fahrwerk und je nach Bauart die Längsträger am meisten.  

Flachwagen, Containertragwagen und dergleichen erleiden durch ihre Ladegüter ihre ureigene Farbkomposition aus Rost und Staub wobei Staub meistens dominiert.

Gealterter Schwerlastwagen mit Turbunenläufer

     Schwerlastwagen mit Industrieanlagenteil                                                       

13. Gebäude
Bei Gebäuden empfiehlt sich zunächst einmal eine farbliche Grundbehandlung da diese in Regel einen sehr eigenwilligen Farbton haben.
Es ergeben sich trotz Handlackierung wenig bis keine Pinselspuren und auch ein „griffiger" Untergrund für die Puderfarben.

Das nächste Frage ist, wo steht das Gebäude? Vielleicht in der Großstadt, in einem Industriebetrieb oder auf dem Land?
Oder ein verfallenes nicht mehr bewohntes Gebäude in der Widnis?

In welcher Zeitepoche ist die Anlage nachgestellt? Diese Fragen gilt es abzuklären bevor verschmutzt wird.
Stadtgebäude werden sehr vom Straßenschmutz, Autoverkehr und diversen Luftverschmutzung sehr schnell und sehr stark angegriffen.
Ländliche Gebäude trifft dies weniger, hier kommen vergraute Dächer vom Hausbrand und leicht verschmutzte Wände von aufgespritztem Erdreich vor.

Was sich gut nach bilden lässt ist der Mörtel zwischen den Ziegelreihen. Hierbei sollte man die „trockene Methode" wählen.
Dabei wird das gewünschte Farbpulver in die Ziegelreihen eingepudert.
In den Mörtelfugen sammelt sich dabei mehr Pulver an als an den Ziegeln selbst, eventueller Pulverüberschuss an den Ziegeln wird vor dem Fixieren noch entfernt.
Die Ziegel selbst erhalten dadurch auch optisch ihr ansprechendes Äußeres.

Dächer werden mehr oder weniger stark vom Hausbrand und Regen her verwittert, wobei hier auch nicht vergessen werden darf das nicht immer alle Ziegel den gleichen Farbton haben müssen und können.

An den Wänden treten je nach alter des Hauses mehr oder weniger durch Regenwasser gezeichnete Schlieren auf.
Holzverkleidungen bleichen aus oder zeigen durch ein Übermaß an Feuchtigkeit Moderspuren.
Die Möglichkeiten zur "Verschlimmbesserung" sind auch hier sehr groß

    Fassade 1 : 87 gealtert            Ruine 1 : 87 hervoragend  gealtert   

14. Die Gleise
Auch hier kann mit Puderfarben nach gebessert werden.
Speziell an Stellen wo regelmäßig gebremst wird können die feinen Spuren des Bremsstaubes nachgezeichnet werden.
Was an dieser Stelle nicht vergessen werden darf ist, dass sich der Bremsstaub auch auf Bahnsteigen wo wenig Personenverkehr vorhanden ist, an Gebäuden, Wegen, Mauern und Steinen festlegen kann.
Auch hier sind unterschiedliche Grade der Verwitterung darstellbar. 

Ferner ist auch der ölgetränkte Gleisschotter wie er im Zungenbereich von Weichen als auch die Spuren an Lokabstellplätzen darstellbar. Zu empfehlen ist hierfür: „Rost dunkel und Rost mittel".

  Gleis geschottert und gealtert           Ausschnitt eines gealterten Gleises

 

Lieferanten von Pulverfarben sind z.B.  :

http://www.artitec.de/                       http://www.asoa.de/                         http://www.conrad.de/   

Bilder entnommen aus Katalogen etc. von:                                                                                                                                                                                   

Fa. Artitek

http://www.das-kantoor.de/

Bruno Ineichen

http://www.ineichen-treuhand.ch/modelleisenbahn.htm

Kazmedia.de

http://www.kazmedia.de/bahn/kesselwagen-gasolin.html

Betriebswerk Schreier

http://www.betriebswerk.de/index2.html

Fa. Ladegüer Bauer

http://www.ladegueter-bauer.de/

Hadel.net

http://www.hadel.net/modellbau/html/tip_modelle_altern.html

 

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